Jeremy James lässt mich ratlos zurück - Rezension

Seit einiger Zeit versuche ich, den Bücherschrank in meinem ehemaligen Kinderzimmer auszuräumen. Dabei ist mir ein Kinderbuch in die Hände gefallen, welches ich im Alter von etwa 10 Jahren geschenkt bekommen habe: "Jeremy James oder Die Rennmaus ist weg".

Das Buch kam 1991 auf den deutschen Markt. Es wurde vom englischen Autor David Henry Wilson, Jahrgang 1937 geschrieben - und es regt mich auf! Schon vor dreißig Jahren konnte ich es nicht leiden. Aber jetzt hab ich es nochmal gelesen und meine Abneigung wurde nur noch größer. Aber nicht gegen den Autor. Sondern gegen den Buchverlag. Und die Buchhandlung in einer mitteldeutschen Kleinstadt, wo man meiner Mutter dieses Buch kurz nach der Wende aufgeschwatzt hat.

Das Kinderbuch Jeremy James oder Die Rennmaus ist weg

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Mit dem Nahverkehr von Hessen nach Sachsen und zurück

Seit Mai 2023 ist es da, das Deutschlandticket. Dass wir dieses indirekt dem verrückten Typen im Osten mit den Atomraketen zu verdanken haben, ist eine traurige Randnotiz und hätte ich eigentlich gerne nicht erwähnen müssen. Schöner wäre, wenn der Anlass für das Ticket die Erkenntnis gewesen wäre, dass der Nahverkehr in Deutschland kompliziert ist. Zu kompliziert, sodass Frau Normalverbraucher ohne Auto kaum weiter fährt, als über die Zonen... ähhh Stadtgrenze hinaus.

Der Vorgänger des Deutschlandtickets wurde im Sommer 2022 für drei Monate zu jeweils 9€ pro Person angeboten. Damals kam der ÖPNV und dessen Angestellte durch mehreren Faktoren an seine Grenzen. Wegen der Flut an Menschen, die in den drei Monaten reisen wollten, kam es permanent zu überfüllten Zügen und damit Verspätungen und Zugausfällen. Die Ursache war hier sicherlich nicht nur der günstige Preis des Tickets, sondern auch die Angebotszeit von Juni bis August, also ziemlich genau in der Ferienzeit in Deutschland. Diese wird von der Bahn regelmäßig dazu genutzt, um Schäden an den Strecken auszubessern, weil weniger gereist wird... das war diesmal anders. Durch die Baustellen kam es also noch zusätzlich zu Verspätungen. Und im Sommer 2022 war auch Corona noch nicht vorbei. Es galt Maskenpflicht in den Zügen und Bussen. Leider wurde diese von einigen Menschen nicht mehr beachtet - Kontrolleure mussten sich also zu allem Übel auch noch mit Fahrgästen herumärgern, welche die Maskenpflicht ignorierten. ... Die armen Angestellten! Alles in allem muss man aber sagen, dass die 9€ pro Monat trotzdem unfassbar günstig, ja, fast geschenkt waren und das System ÖPNV trotzdem nicht kollabiert ist.

Jetzt ist fast alles anders. Das Ticket kostet ca. fünfmal so viel und der Startzeitpunkt liegt nicht in den Sommerferien. Außerdem kann man annehmen, dass viele, die gerne und günstig reisen, es schon im letzten Jahr getan haben. Zu den "normalen" Pendlerströmen dürften also nicht sooo viele Bahnfahrer hinzu kommen, die vorher mit dem Auto, mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs waren.

Und genau diese Beobachtung haben wir gemacht, als wir am verlängerten Wochenende mit Brückentag von Hessen nach Sachsen in die Leipziger Tieflandsbucht gefahren sind. Laut Reiseplan ca. 7:45 Stunden Fahrt für etwa 400 km. Fünf mal Umsteigen inklusive. Und was soll ich sagen - es hat reibungslos geklappt. Wir konnten jeden Anschlusszug erreichen. In Bebra, der Eisenbahnerstadt im Norden von Hessen, hat die Zeit sogar für den Kauf eines Fischbrötchens gereicht. Mhhhh :-P Es gab bis auf einen Zug immer einen Sitzplatz und die lange Fahrt konnten wir gut mit Lesen oder aus dem Fenster schauen überbrücken. Wie man eben so reist, wenn man es nicht eilig hat. Die Rückfahrt hat genauso ohne Probleme geklappt.

Zufälligerweise erschien erst kürzlich auf tageschau.de ein Artikel über ein Zwischenfazit nach einem Monat Deutschlandticket. Auch hier bekommt man nicht den Eindruck, dass das Ticket zwangsweise zu besonders überfüllten Zügen führt. Statt dessen läge das am besonders guten Wetter über Pfingsten.

Mal sehen, wo uns die nächste Fernreise mit dem Nahverkehr hinführt... Ich bin gespannt und schon jetzt ein Fan des Deutschlandtickets!

Gelesen: Ganz Ohr

Endlich hab ich mal wieder ein Buch gelesen: Ganz Ohr von Thomas Sünder und Dr. Andreas Borta. Ersterer ist hauptberuflich DJ. Obwohl seit Langem von Hörproblemen geplagt, setzt er seine Arbeit mit lauter Musik fort. Nach dem großen Zusammenbruch mit Schwindelgefühl, Erbrechen und einem totalen Blackout wird bei ihm starke Schädigung des Gehörs diagnostiziert - schlimmer noch: Eine risikovolle Operation soll ihn vor weiteren Anfällen bewahren. Zum Glück hat er in seinem Freund und Bekannten Andreas Borta einen Experten auf dem Gebiet der Lauscher und dieser rät ihm von der Operation ab und es beginnt eine interessante Reise durch das Wunderwerk des Gehörs.

Obwohl das Buch fast 380 Seiten hat, habe ich es in weniger als 2 Monaten durchgelesen. Ja..., ich brauch nun mal länger fürs Lesen, weil wir ja auch noch einen Garten und andere Dinge zu erledigen haben. Aber egal. Auf jeden Fall ein sehr lesenswertes Buch bei dem man viel lernen kann. Und es zeigt sehr eindrucksvoll, dass man sein Gehör schonen sollte, denn im Gegensatz zu „normalen“ Wunden können verletzte Hörzellen sich nicht regenerieren. Wenn man berücksichtigt, dass Hörverlust mit einem drastisch gesteigerten Risiko für Demenz einhergeht (was im Buch thematisiert wird), dann kommt der Verwendung von Hörgeräten eine ganz neue Bedeutung zu. Mir war das jedenfalls nicht bewusst.

Fazit: Gerne gelesen.

Artikel zum Nachweis der Kernspaltung frei lesbar

Neues aus der Wissenschaft: 1939 veröffentlichten Otto Hahn und Fritz Straßmann in der Zeitschrift „Die Naturwissenschaften“ einen Artikel, in dem der experimentelle Nachweis der Kernspaltung dargestellt wurde. Dieser Artikel ist seit Kurzem für alle über den Link https://rdcu.be/cYp1b abrufbar.

Wie kam es dazu? Im Oktober 2022 war ich mit meiner Frau auf Reise nach München. Im Deutschen Museum kamen wir am Hahn-Meitner-Straßmann-Tisch vorbei, auf dem die symbolische Experimentieranordnung zur Entdeckung der Kernspaltung dargestellt ist. Dieser Tisch hat mich als Physiker gleich fasziniert, weil ich sofort wissen wollte, wie man den Beweis mit den darauf gezeigten Geräten durchführt. Denn keins der Geräte gibt direkt an, welches Element detektiert wurde.

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Ebene(re) Wege - objektiv vermessen

In der Nähe unserer Wohnung gab es bis vor kurzem eine Fußgängerverbindung zweier Straßen, die für Rollstuhl- oder Radfahrer unkomfortabel zu überqueren war. Irgendwann ist auch mir das aufgefallen, und ich habe über den Bürgermelder unserer Stadt eine Nachricht dazu hinterlassen. Freude, oh Freude: ein paar Monate später fand an dieser Stelle tatsächlich der Umbau statt.

Ankündigung einer Umbaumaßnahme

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Fleischkonto

Es gibt ja fast kein ähnliches Thema, bei dem jeder etwas zu sagen hat, und wo man am Ende doch nur mit Halbwissen glänzen kann: Ernährung. Was ist gesund, und vor allem wie viel davon? Gerade beim Fleischkonsum scheiden sich die Geister schnell. Doch hier geht es nicht nur um die Gesundheit, sondern auch um den persönlichen Einfluss auf die Abholzung des Regenswalds, das Tierwohl, die Unterstützung von Bio-Bauern, den Klimawandel und, und und... Als wir vor kurzem wieder einen TV-Bericht über den Fleischkonsum der Deutschen gesehen haben, sind wir uns schnell einig gewesen, dass unserer geringer ist, als der Durchschnitt. Aber wie hoch ist er denn nun tatsächlich?

Zum Glück hat das Internet hier schon eine Lösung parat: Die App MeatAccount!

Das Icon der App MeatAccount

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Programmieren ist wie Brot backen

Vor kurzem hatten wir ein Gespräch am Küchentisch. Das Thema war in etwa: Warum Brot backen, Sauerkraut ansetzen und Gemüse einlegen, wenn man doch alle diese Dinge kaufen kann? Ist das nicht eine Freizeitbeschäftigung für die Wohlstandsgesellschaft? (*)

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Odenwald-Wanderung am Limes

Diesen Sommer waren wir schon zweimal wandern. Ende Juli waren wir bei Michelstadt im Odenwald und vor ein paar Tagen, Mitte August, waren wir in und um Bad König unterwegs. Diese Wanderung war toll, weil das Wetter geradezu perfekt fürs Laufen durch Wald und auf Feldwegen war. Nach der Fahrt mit dem Zug von Langen bis nach Bad König haben wir uns vor dem Start noch mit zwei Stück Kuchen vom Bäcker eingedeckt. Und dann ging es los.

Wanderroute Bad König Übersicht

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